Presseberichte

31.05.2005 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 24.8.2004
Ergebnisse, Abgase und Kosten

Kurios, aber wahr: Der Stadtverkehr Frankfurt (SVF) wird auf der weltgrößten Schienenverkehrsmesse, der Inno Trans in Berlin, mit einem Erdgas-Solobus vertreten sein. Diese Messe, die vom 21. bis 24 September stattfinden wird, ist gespickt mit Fachveranstaltungen. Das Bundesumweltministerium, das den Kauf der 22 Erdgasbusse gefördert hat, will die Ergebnisse einer Untersuchung erstmals öffentlich präsentieren.
Dabei geht es zum einen um die Kosten und zum anderen um Lärm- und Abgasuntersuchungen. Auch SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann wird am 24. September auf einer Fachveranstaltung ein Referat halten.
Bei dieser Tagung werden u. a. folgende Fragen beantwortet: Was haben Diesel- und Erdgasbusse gemeinsam? Wie gewinnt der ÖPNV den Umweltbonus zurück? Sind umweltfreundliche Antriebstechnologien teuer? Was ändert sich 2005 für Kommunen und Unternehmen? Was haben anspruchsvolle Umweltstandards mit Wettbewerb zu tun?
Die Ergebnisvorstellung, die anschließende Podiumsdiskussion und das Referat von Michael Ebermann findet am 24. September zwischen 10 und 12.30 Uhr auf der Messe Berlin, Halle 7.1, Raum New York 3 statt.   höf


31.05.2005 - Berliner Zeitung, Ausgabe vom 30.9.2003
Mit Erdgas im Tank rußfrei durch Frankfurt
Oderstadt betreibt die sauberste Busflotte

FRANKFURT (ODER). Seit einem Jahr ist in Frankfurt (Oder) die sauberste Busflotte Deutschlands unterwegs. Im September 2002 wurden die ersten Dieselfahrzeuge aus dem Verkehr gezogen, seit wenigen Monaten fahren nur noch Erdgasbusse durch die Stadt. An Brandenburgs größter Erdgas-Tankstelle neben der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) werden nicht nur alle 22 Busse, sondern auch 80 Privat- und Firmenfahrzeuge betankt, sagt Stadtwerke-Chef Hans Tobler.
Bis 2007 sollen in der Stadt 250 Fahrzeuge mit dem Antrieb fahren, der anders als Diesel kaum noch Rußpartikel in die Luft schleudert und auch leiser arbeitet. Zudem kostet laut Bundesumweltministerium ein Kilogramm Erdgas nur rund 67 Cent, das entspreche einem Benzinpreis von etwa 45 Cent pro Liter. in diesem Jahr hat das Ministerium den günstigsten Mineralölsteuersatz für Erdgas bis 2020 festgeschrieben, um Investitionssicherheit zu schaffen.

Zu wenig Abfüllstationen

Dennoch freunden sich Kraftverkehrsbetriebe und Fahrzeughalter nur langsam mit dem umweltfreundlichen Antrieb an. Wolf-Albrecht Hoffmann vom Bundesumweltministerium mahnt vor allem den Ausbau des Tankstellennetzes an. Bisher gibt es in Brandenburg 13 und in Berlin 12 Abfüllstationen. In der Mark gebe es vor allem im Westen und Norden deutliche Lücken, sagt der ADAC-Regionalleiter Pannenhilfe Ost, Frank Buchholz.
Mittelfristig soll die Zahl der brandenburgischen Erdgas-Stationen auf 29 steigen, kündigt Regionalleiter Ulrich Müller vom Gasversorger EWE an. Schon in den nächsten Monaten würden weitere 5 hinzukommen. Ziel sei, dass niemand weiter als 25 Kilometer bis zur Zapfsäule fahren muss. Buchholz mahnt auch die Hersteller, mehr Erdgas-Modelle anzubieten.
Die Frankfurter sind mit den Erdgasbussen zufrieden. Die Abgaswerte liegen deutlich unter den künftigen EU-Grenzwertern, sagt Hartmut Huwe von der Frankfurter SVF. Auch die Kosten seien günstiger als beim Diesel. Kritik gebe es bei der Lärmbelastung. Die zugesicherten 78 Dezibel würden bisher überschritten, der Hersteller müsse nachbessern. Ansonsten gibt es an der Technik nicht auszusetzen, sagt Huwe. der Wartungsaufwand bei der SVF sei gering, die Fahrer lobten das "einfache Tanken".
Insgesamt sind sich die Experten einig, dass der Antrieb vor allem für Fahrzeugflotten mit regional beschränktem Radius interessant ist. Hoffmann kündigt daher ein ähnliches Pilotprojekt auch für den Lieferverkehr an (ddp)


31.05.2005 - ZfK Zeitung für Kommunale Wirtschaft, Ausgabe 2003
Frankfurt (Oder): Erdgas-Flotte ist jetzt vollzählig

Die Erdgas-Flotte der Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) (SVF) ist jetzt vollzählig: Nun rollen 22 Busse - elf Solo- und elf Gelenkfahrzeuge - durch die Stadt (ZfK 9/02, Seite 19). Alle genügen dem Abgasstandard EEV (enhanced environmentally friendly vehicle). Die Schadstoff-Emissionen unterschreiten die ab 2008 vorgeschriebene europäische Norm Euro-5. Der Hersteller MAN entwickelte für das Projekt eigens einen neuen leistungsfähigen Motor.
Das Bundesumweltministerium unterstützt Frankfurt (Oder) und die Hauptstadt dabei, den Busverkehr umweltgerecht umzustellen.


31.05.2005 - Kommunalpolitische Blätter, Ausgabe 6/2003
HÖCHSTER EUROPÄISCHER UMWELTSTANDARD IM BUSVERKEHR IN FRANKFURT (ODER)
Der ganze Fuhrpark tankt Erdgas
22 Linienbusse von MAN bei der Stadtverkehrsgesellschaft im Einsatz

Bei Erdgasbussen ist MAN europaweit führend. MAN-Linienbusse, die mit diesem emissionsarmen Energieträger betrieben werden, fahren schon seit vielen Jahren in der ganzen Welt. Zuletzt hat die Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) (SVF) ihren Fuhrpark komplett auf Erdgasbusse umgestellt. Möglich gemacht hat dies unter anderem ein Projekt des Bundesumweltministeriums, an dem sich die SVF beteiligte: "Anspruchsvolle Umweltstandards im ÖPNV-Wettbewerb". Gewonnen hat die europaweite Ausschreibung MAN. Der Bushersteller konnte durch seine besonders umweltfreundlichen EEV-Motoren überzeugen.
Insgesamt 22 Erdgasbusse wurden an die SVF übergeben: elf Niederflur-Linienbusse des Typs NL 243 CNG und elf Niederflur-Gelenkbusse NG 313 CNG. Damit wurde der komplette Fuhrpark auf Erdgasbusse umgestellt. Alle Busse entsprechen dem derzeit anspruchsvollsten Abgasstandard EEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) und unterschreiten damit bereits heute die ab 2008 vorgeschriebene europäische Norm EURO 5. MAN ist der erste Hersteller, der eine praktisch komplette Niederflurbuspalette samt zugehöriger Fahrgestelle mit CNG-Antrieb anbietet, die entsprechend dem EEV Standard zertifiziert sind.
Auch Umweltminister Jürgen Trittin, Schirmherr des Projektes "Anspruchsvolle Umweltstandards im ÖPNV-Wettbewerb", war bei der Übergabe der letzten Fahrzeuge an die SVF voll des Lobes. "Die vergleichsweise kleine Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) zeigt den Großen der Branche, was im öffentlichen Nahverkehr Stand der Technik ist und wie ein Unternehmen sich aktiv auf den kommenden europäischen Wettbewerb vorbereitet. Deshalb begrüße ich auch das Engagement von MAN, Fahrzeuge zur entwickeln, die die höchsten europäischen Umweltstandards EEV erfüllen und die nun auf Frankfurts Straßen rollen".
Innerhalb des ersten bundesweiten Umweltrankings der ÖPNV Unternehmen wurde die SVF mit dem Innovationspreis des Bundesumweltministeriums ausgezeichnet und darf nun offiziell das Gütesiegel nutzen, das einen Zitronenfalter symbolisiert. "Das Insekt des Jahres 2002" kennzeichnet die umweltfreundlichen Busse. Herzstück der CNG Busse sind die Motoren. Der Niederflur-Solobus ist mit dem MAN E 2866 DUH 03 Motor mit 12 Litern Hubraum ausgestattet, der Niederflur-Gelenkbus fährt mit dem neu entwickelten MAN E 2876 LUH 01 Motor, der aufgrund eines verlängerten Kolbenhubs über einen Hubraum von 12,8 Litern verfügt. Mit dem 245 PS starken Motor für Solobusse feiert MAN schon bereits seit zwei Jahren Erfolge im Bereich der alternativen Antriebe.

Hohe Leistung, niedrige Emission

Für Gelenkbusse wurde der MAN Motor E 2876 LUH 01 mit 228 kW / 310 PS entwickelt. Das maximale Drehmoment beträgt 1250 Nm und liegt zwischen 1000 und 1700 l/min. Der neue Motor basiert auf dem Typ E 2866 LUH 02 (erfüllt die derzeit gültigen Abgasgesetzgebung EURO 3) und schließt die Bedarfslücke zwischen hoher Leistung und gleichzeitiger Erfüllung der EEV-Abgaswerte. Gegenüber dem Basismotor, der nach dem Magerprinzip arbeitet, wird bei der Neuentwicklung das Mager/Mix-Konzept angewandt. Damit werden die EEV Werte unterschritten. Wie beim Vorgänger, kommt auch hier das Bosch-Einblassystem Motronic ME7-CNG0 sowie ein Katalysator zum Einsatz. Auf Grund des vergrößerten Hubvolumens sind die Ladedrücken im Vergleich zum E 2866 LUH 02 niedriger, was sich vorteilhaft auf die Abgasemission auswirkt. Außerdem spricht der Motor dadurch bei Beschleunigungsvorgängen gut an. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal besteht im Abgasturbolader, der an das vergrößerte Hubvolumen des Motors angepasst wurde. Durch die Änderungen ist es gelungen, den Zielkonflikt zwischen hoher Leistung und niedriger Abgasemission hervorragend zu lösen, ohne eine aufwendige Nachbehandlung einsetzen zu müssen, um die EEV Werte zu unterschreiten.

MAN-Erdgasbusse im "Osten" u. a. in Erfurt, Dessau und Frankfurt (Oder)

Momentan sind weltweit über 1500 Fahrzeuge - Busse wie LKW - mit einem Erdgasantrieb von MAN unterwegs. CNG Busse fahren in vielen deutschen Städten, zum Beispiel in Nürnberg, Saarbrücken, Augsburg, Hildesheim, Erfurt, Dessau oder Frankfurt (Oder), aber auch in Europa, beispielsweise in Lichtenstein. Außerdem sind weltweit mehrere hundert Busse im Einsatz, die auf MAN CNG-Busfahrgestellen aufgebaut sind, im Einsatz, wie z. B. in Spanien, Portugal und Australien. MAN hat die Entwicklung des Erdgasantriebs maßgeblich auf den Weg gebracht und in Serie umgesetzt - und das für die gesamte Niederflurbus-Generation, die sich längst international durchgesetzt hat.
Bei Erdgasbussen ist MAN führend in Europa. Die Palette reicht vom Solo-Stadtbus über den dreiachsigen 15 m Bus bis hin zum 18 m langen Gelenkbus. Selbstverständlich sind alle Fahrzeuge auch als fahrbares Busfahrgestell lieferbar. MAN Erdgasbusse unterscheiden sich rein äußerlich von den Dieselfahrzeugen nur durch die aerodynamische Haube auf dem Dach. Hier findet das Speichersystem seinen Platz, welches aus sechs bis zehn Gasruckbehältern in Stahl- (140 l), Aluminium-Composite (174 l) oder Voll-Composite (190 l) Bauweise bestehen kann. Behältertyp und -anzahl werden den individuellen Bedürfnissen bezüglich der Reichweite angepasst, wobei Fahrleistungen von 450 km ohne weiteres erreichbar sind.
Die MAN Niederflurbusse stehen nicht nur für zukunftsweisende Personenbeförderung, sondern auch für unverwechselbares Design. Das gilt auch für die fortschrittliche Technik bis zum höchsten Komfort für Fahrgast und Fahrer. Ein Komfort, der bereits beim Einsteigen beginnt. Ohne Trittstufe betritt man den Fahrgastraum, zweiflüglige Innenschwenktüren sowie eine Kneeling-Funktion (seitliche Absenkung um 70 mm) erleichtern das Ein- und Aussteigen. Der Boden ist bis vor die Hecksitzbank durchgehend eben und podestlos, die Sitze komfortabel und pflegeleicht. Auch hinsichtlich der allgemeinen Fahrzeugausstattung (z. B. Rampe oder Klimaanlage) gibt es aufgrund des Erdgasantriebs kaum Einschränkungen.
Einer der ersten Gasbusse in der Geschichte der MAN war übrigens 1943 in Augsburg unterwegs. Der Fortschritt war bereits vor 60 Jahren nicht aufzuhalten.


31.05.2005 - Der Prignitzer, Ausgabe vom 07.04.2003
Nahverkehr tankt nur noch Erdgas / Beispiel für Umweltarbeit

Frankfurt (Oder) (ddp) Die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) hat fortan die sauberste Busflotte Europas. Jetzt fahren nur noch umweltfreundliche Erdgasbusse in der Stadt. Nach dem Kauf von elf Solo-Bussen vor einem halben Jahr seien jetzt elf Gelenkfahrzeuge in Dienst gestellt worden, teilte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg mit. Damit ist die Oderstadt die erste Kommune Deutschlands, die alle "Diesel-Stinker" aus dem Verkehr gezogen hat.
Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sprach von einem "Beispiel für umweltfreundlichen Nahverkehr". Die kleine Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft zeige den Großen der Branche, was im öffentlichen Nahverkehr Stand der Technik ist, sagte er. Der Ausstoß an gesundheitsschädlichen Rußpartikeln sinke im Vergleich zum Dieselmotor um 95 Prozent. Die Schadstoff-Grenzwerte unterschreiten die ab 2008 vorgeschriebene EURO-5-Norm.
Die Erneuerung der Frankfurter Busflotte war Teil eines Pilotprojekts des Ministeriums zur Umsetzung von hohen Umweltstandards im Nahverkehr. Damit solle dieser für den europäischen Wettbewerb fit gemacht werden und zugleich aus Umweltsicht gegenüber dem Pkw aufholen.
Die Frankfurter Stadtverkehrgesellschaft war für das Pilotprojekt unter bundesweit 36 Bewerbern ausgewählt worden. Der Hersteller MAN hatte für die Gelenkbusse extra einen neuen, leistungsfähigeren Motor entwickelt. Am Pilotprojekt sind auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg sowie die kommunalen Verkehrsunternehmen in Berlin und Hannover beteiligt. Insgesamt stehen dafür 2,5 Millionen Euro bereit.
Das Projekt ist auch Signal an die Autoindustrie. Die Nachfrage nach umweltschonenden Busantrieben wird wachsen. Die neue Frankfurter Bus-Flotte kostete 6,3 Millionen Euro. Das Bundesumweltministerium vermittelte einen zinslosen Kredit von 3,2 Millionen, das Brandenburger Verkehrsministerium steuerte 3,1 Millionen Euro bei.


31.05.2005 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 5./6.04.2003
Goldenes Q für den Stadtverkehr
SVF bekam Qualitätsmanagement zertifiziert / Letzter Diesel-Gelenkbus verabschiedet

Gleich zu zwei symbolischen Akten hatte am Freitag der Stadtverkehr Frankfurt (Oder) (SVF) eingeladen. Zum einen rollte der letzte Diesel-Gelenkbus aus der Werkstatthalle und zum anderen erhielt der SVF das goldene Qualitätssiegel.

Nachdem im September vergangenen Jahres mit einen großen Fest die ersten elf Solo-Erdgasbusse in Betrieb genommen wurden, fiel die Feier für die elf Gelenkbusse am Freitag eher bescheiden aus. Um 10.41 Uhr rollte der letzte rot-gelbe Mercedes-Gelenkbus aus der Halle und machte so Platz für seinen jüngeren und umweltfreundlichen Nachfolger in weißgrün. In der kommenden Woche werden die Dieselfahrzeuge nach Hamburg zu einem Händler gebracht. Künftig sollen sie im Minsker Raum rollen.
"Ach, da wird einem schon ein bisschen wehmütig ums Herz", gestand Freitag SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann mit einem letzten Blick in den Dieselbus offen. 532 938 Kilometer war er zuverlässig durch Frankfurt gerollt. Nun macht er der modernen Flotte Platz. "Zu DDR-Zeiten solche Fahrzeuge zu bekommen, war ein Traum", so Ebermann.
Mit der nun offiziellen Umstellung der Flotte auf Erdgas kommt auch auf die Stadtwerke eine Herausforderung zu. Bisher. so Stadtwerke-Geschäftsführer Hans Tobler, werden an der Erdgas-Tankstelle pro Monat rund 20 000 Kilogramm Erdgas gezapft. Künftig sollen es 40 000 Kilo werden. "Ich freue mich vor allem darüber, dass 15 Prozent der Nutzer Private sind. Beschäftigten Sie sich mit Erdgas. Ich kann ein solches Auto nur empfehlen, denn ich fahre selber eines", meinte Tobler. Die Verabschiedung der Diesel-Busse, die seit rund zwölf Jahren in Frankfurter Diensten standen, war ein Teil der Veranstaltung. Der andere war eine Auszeichnung. Denn deutlich sichtbar tragen die Erdgasbusse unterhalb der Frontscheibe ein goldenes Q. Damit wird dem Stadtverkehr bescheinigt, dass es über ein umfassendes Qualitätsmanagement verfügt. "Das bedeutet, dass wir die Voraussetzungen geschaffen haben, bestmögliche Qualität in der Dienstleistung anzubieten und auch einen Lösungsapparat haben, der es ermöglicht, bei doch auftretenden Störungen die so zu beheben, dass sie kaum Einfluss auf unsere Kunden haben", erklärte sichtlich stolz Michael Ebermann. 


31.05.2005 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 25.02.2003
Der erste "Schlenki" ist eingetroffen
Erdgas-Gelenkbusse werden bis zum 19. März geliefert / Verzögerung im MAN-Werk / Extra Motor entwickelt

Er ist 2,50 m breit, 17,95 Meter lang, weißgrün, hat 47 Sitz- und 115 Stehplätze und ist ein wirklich schöner Anblick. Am Freitag traf der erste von insgesamt elf so genannten Gelenkbussen in Frankfurt ein.
Eigentlich sollte bereits seit Ende Dezember die komplette Frankfurter Busflotte ausgetauscht sein. Doch Kurzarbeit Null im Dezember bei MAN Salzgitter sowie ein enormer Andrang bei der Fertigstellung und Prüfung von Erdgasbussen im Werk, brachten die Verzögerung mit sich. "Außerdem musste der 310 PS starke Erdgasmotor extra für uns gebaut werden. Das heißt, es wurde getüftelt und geprüft, bis alles so funktionierte, wie wir es haben wollen. Diesen Motortyp gibt es bisher nur in Frankfurt", erklärt Hartmut Huwe, Prokurist der Stadtverkehrsgesellschaft, warum sich die Auslieferung verzögert hat.
Am kommenden Wochenende sollen die nächsten drei Busse kommen. Und die restlichen sieben Fahrzeuge werden dann am 18./19. März in Frankfurt eintreffen. Ab 24. März soll dann kein dieselbetriebener Bus mehr im Stadtverkehr rollen. Die Busse werden an einen Gebrauchtwarenhändler in Hamburg verkauft. "Das heißt, sie rollen irgendwo auf der Welt weiter. Wo, wissen wir auch nicht", so der SVF-Prokurist.
Als gestern Busfahrer Horst Kamrath den neuen "Schlenki" vor das Werkstatttor fuhr, musste er nicht lange warten und schon kamen die ersten neugierigen Kollegen. "Ich bin gespannt, wie der Bus aussieht, aber noch mehr, wie er sich fährt", gestand dann Günter Kuhnert seine Neugier. Seit 30 Jahren kutschiert er Fahrgäste durch Frankfurt. Hinterm Lenkrad der neuen Solo-Erdgasbusse hat er in den vergangenen Monaten auch schon mehrfach gesessen.
Horst Kamrath hingegen hat sich am Freitag auf Tour begeben, um den ersten Gelenkbus sicher nach Frankfurt zu bringen. Für die Strecke von Salzgitter an die Oder hat er rund sechs Stunden - mit Zwischenstopp zum Tanken bei Brandenburg - gebraucht. "Der Bus fährt sich gut", meint er schlicht. Ob er den Dieselfahrzeugen eine Träne nachweint? Kamrath schüttelt den Kopf. "Die Dieselbusse haben sich elf, zwölf Jahre bewährt. Wenn die Erdgasbusse das auch schaffen, ist es okay", meint er. Und dennoch hat er schon einige Vorteile herausgefunden. So lässt sich das gesamt Cockpit so anheben und verschieben, dass es für den Busfahrer am bequemsten ist. Der Fahrersitz kann u. a. so verstellt werden, dass die Lendenwirbel geschont werden.
Gestern und heute waren und sind die Konstrukteure mit dem Bus beschäftigt. Denn die Fahrkartenautomaten und Entwerter müssen installiert und eingestellt werden. Außerdem wird der Bordrechner eingebaut. Wer neugierig ist und mit dem neuen, umweltfreundlichen Gelenkbus, der auf seinem Dach rund 1120 Liter Erdgas gebunkert hat, fahren möchte, kann am Mittwoch um 4.24 Uhr an der Stralsunder Straße einsteigen. Dann wird er erstmals auf der Linie 980 eingesetzt.


14.12.2004 - "Der Prignitzer", Brandenburger Allgemeine Ausgabe vom 07.04.2003

Sauberste Busflotte Europas

Nahverkehr tankt nur noch Erdgas / Beispiel für Umweltarbeit

Frankfurt (Oder) (ddp) Die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) hat fortan die sauberste Busflotte Europas. Jetzt fahren nur noch umweltfreundliche Erdgasbusse in der Stadt. Nach dem Kauf von elf Solo-Bussen vor einem halben Jahr seien jetzt elf Gelenkfahrzeuge in Dienst gestellt worden, teilte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg mit. Damit ist die Oderstadt die erste Kommune Deutschlands, die alle "Diesel-Stinker" aus dem Verkehr gezogen hat.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sprach von einem "Beispiel für umweltfreundlichen Nahverkehr". Die kleine Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft zeige den Großen der Branche, was im öffentlichen Nahverkehr Stand der Technik ist, sagte er. Der Ausstoß an gesundheitsschädlichen Rußpartikeln sinke im Vergleich zum Dieselmotor um 95 Prozent. Die Schadstoff-Grenzwerte unterschreiten die ab 2008 vorgeschriebene EURO-5-Norm.

Die Erneuerung der Frankfurter Busflotte war Teil eines Pilotprojekts des Ministeriums zur Umsetzung von hohen Umweltstandards im Nahverkehr. Damit solle dieser für den europäischen Wettbewerb fit gemacht werden und zugleich aus Umweltsicht gegenüber dem Pkw aufholen.

Die Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft war für das Pilotprojekt unter bundesweit 36 Bewerbern ausgewählt worden. Der Hersteller MAN hatte für die Gelenkbusse extra einen neuen, leistungsfähigeren Motor entwickelt. Am Pilotprojekt sind auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg sowie die kommunalen Verkehrsunternehmen in Berlin und Hannover beteiligt. Insgesamt stehen dafür 2,5 Millionen Euro bereit.

Das Projekt ist auch Signal an die Autoindustrie. Die Nachfrage nach umweltschonenden Busantrieben wird wachsen. Die neue Frankfurter Bus-Flotte kostete 6,3 Millionen Euro. Das Bundesumweltministerium vermittelte einen zinslosen Kredit von 3,2 Millionen, das Brandenburger Verkehrsministerium steuerte
3,1 Millionen Euro bei.



14.12.2004 - ORB /OZON - Sendung vom 08.01.2003

Erdgasbusse

Er spielt nun die grüne Kugel, Busfahrer Klaus-Peter Engel aus Frankfurt/Oder.

O-Ton Klaus Peter Engel
Busfahrer
Und als kleines Dankeschön vom Betrieb diesen Bus, den wir zwar nicht mehr haben, der aber doch als Andenken fast nostalgisch ist.

Über 20 Jahre hat er Diesel gelenkt.
Musste umsteigen auf die Hellgrünen. Im September kamen die ersten 11. Nun wartet man auf die 2. Hälfte:
11 Erdgas-Gelenkbusse der Firma M.A.N. Dann ist Frankfurt/Oder die einzige deutsche Stadt mit 100 Prozent umweltfreundlichem Nahverkehr.
6,3 Millionen kostete das Buspaket. Mit Fördermitteln von Bund und Land.
Ein Pilotprojekt, von dem sich viele viel versprechen. Angeschoben vom Bürgermeister, der gleich nachzog mit seinem Dienstwagen, nun ein Erdgas -Volvo. Die Stadt wollte einen großen Schritt nach vorne gehen:

O-Ton Martin Patzelt
Oberbürgermeister Frankfurt/ Oder
...der tatsächlich dann auch wahrnehmbar, auch akustisch und optisch und auch vom Geruch her, also wirklich mit allen Sinnen erfahrbar eine Verbesserung bringt. Die meisten ökologischen Gefahren, die bekommen wir von den Sinnen nicht so direkt mit.

Der neue Erdgasmotor arbeitet nach dem Ottoprinzip. Erhöhte thermische Belastung machte Änderungen an Zylinderkopf und Kolben erforderlich. Doch auch Komponenten der bewährten Dieseltechnik stecken drin.
Das Gas kehrt nach fast 130 Jahren in den Ottomotor zurück.
Von den Tanks auf dem Dach treibt es den 6-Zylinder Motor an.

Von 42.000 Bussen in Deutschland fahren bisher nur knapp 700 mit Erdgas. Alle anderen und auch fast alle Nutzfahrzeuge verbrennen Diesel. Und es "dieselt" weiter in Deutschland.
Doch ohne Rußfilter geht blad nichts mehr.
Denn 2005 treten europaweit neue, strengere Luftqualitätsstandards in Kraft.
Da haben die Frankfurter vorgebaut, und auch Busfahrer Engel ist's zufrieden
.

O-TON Klaus-Peter Engel
Busfahrer
Na, die Antriebsart die merkt man hier vorne gar nicht so dolle, also mir ist das erst mal egal. Aber dass das schon umweltfreundlich ist, das ist schon sehr gut.

Wie schnell werden die Frankfurter die "neue Sauberkeit" merken?
Erst mal zählt die Pünktlichkeit – und, dass die neuen mehr Komfort bieten als die alten Busse.
Doch nicht für alle Verkehrsunternehmen ist das "Frankfurter Modell" geeignet.

O-Ton Michael Ebermann
Geschäftsführer Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt/ Oder
Wir haben hier in Frankfurt die Situation, dass wir reinen Stadtverkehr betreiben. Andere Verkehrsgesellschaften betreiben überwiegend oder ausschließlich Regionalverkehre, die sich dadurch unterscheiden, dass sie ganz andere Tagesfahrleistungen erbringen müssen als wir.


Das Tankstellennetz ist noch dünn. Frankfurt hat sich eine ganz neue Tankstelle geleistet, eine der größten in Deutschland. Und:

Klaus-Peter Engel
Der Bus ist sauberer. Man bekleckert sich nicht mehr mit Diesel, wenn man mal unvorsichtig getankt hat. Da kann nichts mehr passieren. Dann hat das die Familie auch gerochen.

Und Erdgas tanken geht heute einfach und schnell. Mitte der Neunziger Jahre waren dafür noch Stunden nötig. Damals gab's Erdgasbus-Versuche in Berlin, um die Tankstellentechnik zu erproben.
Was oben rauskommt im Vergleich zum herkömmlichen Diesel, ist verschwindend gering:
95 Prozent weniger Ruß. Stickoxide verringern sich um 80, Schwefeldioxid um 95 Prozent.

Ob das wirklich so ist, wie vom Hersteller ausgewiesen, soll ein Jahr lang überprüft werden.
Ebenso die Wirtschaftlichkeit der Busflotte. Denn auch im Personen-Nahverkehr bahnt sich ein Wettbewerb an. Andere Kommunen sollen von den Frankfurter Erfahrungen profitieren, wenn's an's Bewerben geht.

O-Ton Reinhard Kaiser
BMU, Leiter des Arbeitsstabes "Umwelt und Verkehr"
Was für Kriterien angelegt werden, an das günstigste Angebot, wie entschieden wird, was das günstigste Angebot ist, das entscheidet der Ausschreiber, er hat da seinen großen Spielraum. Und wir haben eine richtungsweisende Entscheidung des EuGH bekommen, die sagt: der Ausschreiber kann Umweltstandards vorgeben, der Ausschreiber kann sagen, wer hier in meiner Stadt Busse fahren will, der muß sich zum Beispiel an den EEV-Standard halten.

Den höchsten europäischen Qualitätsstandard.
Den haben die Frankfurter schon mit ihren Neuen, und auch aus anderem Grund sind sie fein raus. Der Erdgaspreis bleibt bis 2020 von der Ökosteuer befreit und mit 63 Cent pro Kilo stabil.
Das lässt auch privat immer mehr umsteigen, meist noch auf Zweistoff-Motor.

O-Ton Tankkunde
Der fährt auch mit Benzin und der Vergleich, dass man mal sieht, was Erdgas kostet, was Benzin kostet: mit einer Benzinfüllung, geldmäßig gesehen, kann ich fast drei Mal Erdgas tanken.

Das Tankstellennetz wird zügig ausgebaut. Von derzeit 317 auf 1.000 Erdgastankstellen in den nächsten 5 Jahren.
Gerade erst gestartet, gibt's schon reichlich Nachfragen nach den Frankfurter Modell.
Steht der Erdgas-Durchbruch kurz bevor?


Messungen an verkehrsreichen Straßen.
Kleinstpartikeln auf der Spur, die uns ständig unbemerkt bombardieren.
Wissenschaftler vom Umweltforschungszentrum in Leipzig wollen herausfinden:
Wie viele sind in unserer Atemluft?

Gesammelt auf einem Filter, soll ihre Zusammensetzung unter dem Elektronenmikroskop untersucht werden.
Denn Hinweise verdichten sich, dass gerade die feinsten Rußteilchen aus Dieselabgasen gefährlich sein können:
Als Auslöser von Allergien,
für Atemwegs- und Herzkreislauf-Erkrankungen
,
Krebs.
Der neueste WHO-Gesundheitsreport spricht von 750.000 Lebensjahren, die uns jährlich europaweit verloren gehen, durch winzige Staubpartikel, wie hier Ruß aus Verbrennungsprozessen.
Sie zerstören zum Beispiel die Pollenoberfläche und legen das allergieauslösende Eiweiß frei.

Je kleiner die Partikel, desto tiefer dringen sie in die Lunge ein.
Erstmals kann nun die Anzahl der Teilchen bestimmt werden.
Hier wird gemessen, wie viele nach dem Ausatmen in der Lunge verbleiben.
Fast alle, über 90 Prozent. Die Lunge sozusagen als Filter.
Fachleute sehen hier das derzeit wichtigste lufthygienische Problem.
Forderung an die deutsche Automobilindustrie, Rußfilter schon vor Gesetzespflicht 2005 in neue Diesel einzubauen.

Beitrag von Sylvia Rademacher



14.12.2004 - "die Tageszeitung", Ausgabe vom 16.11.2002

"Rollout" in Gelb

 

An der Oder gibt man Erdgas: Frankfurts Omnibusflotte schafft den Diesel ab. Das Land fördert die Aktion

 

Für den Zitronenfalter ist 2002 ein ganz besonderes Jahr. Er wurde nicht nur zum Insekt des Jahres gewählt, er wurde auch zum Symbol des Aufbruchs. In Frankfurt an der Oder steht der gelbe Schmetterling nämlich für die Aktion "Erdgas bewegt Frankfurt".

 

Das Motto ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn seit dem 16. September setzt die städtische Verkehrsgesellschaft in der Oderstadt elf Linienbusse mit Erdgasantrieb ein.

"Es gibt ja immer jemanden, der etwas zu nörgeln hat, aber in diesem Fall gibt es nur positive Reaktionen." Hartmut Huwe, technischer Leiter bei der Stadtverkehrsgesellschaft, erzählt von den begeisterten Frankfurtern beim feierlichen "Rollout" der neuen Busflotte. Überhaupt herrsche in Frankfurt beim Thema Erdgas regelrechte Aufbruchstimmung.

Auch Bürgermeister Martin Patzeld (CDU) sei absoluter Erdgasanhänger. Demnächst wird sein neuer Dienstwagen geliefert, natürlich mit Erdgasantrieb. Die Pkw-Flotte der Frankfurter Stadtwerke verfügt ebenfalls schon über etliche Modelle mit dem umweltschonenden Antrieb.

Im Dezember werden weitere elf Gelenkbusse im Zitronenfalteroutfit in Dienst gestellt. Bei der Neuanschaffung von Dienstwagen bei den Stadtwerken werden Erdgasfahrzeuge bevorzugt. Die Stadt an der deutsch-polnischen Grenze setzt voll und ganz auf die alternative Antriebsform fürs Auto.

Das hat natürlich seine Gründe in der Umweltverträglichkeit der Erdgasmotoren. Wenn 2005 die neuen Immissionsnormen der EU gelten, wolle man, so Huwe, nicht zu den Städten gehören, die wegen ihrer unsauberen Luft "geschlossen werden müssen".

Ein anderer Grund sind die Fördergelder des Landes Brandenburg. Das Verkehrministerium in Potsdam übernimmt nämlich 50 Prozent der Mehrkosten für die ergasbetriebenen Busse. Zudem stellt das Bundesumweltministerium zinslose Darlehen zur Verfügung. Auf diese Weise ist die Stadt doch recht preisgünstig zu einer neuen Busflotte gekommen.

Die niedrigen Erdgaspreise werden sich zudem über die Jahre positiv auf die Geschäftszahlen der Verkehrsgesellschaft auswirken. Doch es gibt noch einen weiteren Grund für die Erdgaseuphorie in Frankfurt. Die Stadtwerke als Gasanbieter sind überaus interessiert daran, neben den üblichen Leistungen für die Haushalte auch als Treibstoffanbieter Umsatz zu machen. Die neue Erdgastankstelle auf dem Betriebshof der Verkehrsbetriebe ist dementsprechend auch für Privatnutzer offen. Sie macht bereits 10 Prozent ihres Umsatzes mit Fahrern privater Erdgasfahrzeuge.

Ein Umstieg kann sich durchaus lohnen. Um die Kosten für die Umrüstung beziehungsweise die Mehrkosten bei der Anschaffung eines erdgasbetriebenen Pkw für die Bürger möglichst niedrig zu halten, können bei den Stadtwerken Fördergelder von bis zu 2.500 Euro pro Fahrzeug beantragt werden.

Die Voraussetzungen dafür, dass Erdgas immer mehr Frankfurter bewegt, sind also geschaffen. Jetzt müssen die Angebote nur noch wahrgenommen werden. Über die bessere Luft in der Oderstadt wird sich bestimmt auch der Zitronenfalter freuen.

ANDREAS RÜTTENAUER



14.12.2004 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 16.09.2002

"Ach, sind die aber schön"

 

Frankfurt feierte gestern die Übergabe der ersten elf Erdgasbusse und Inbetriebnahme der Erdgastankstelle

 

Von MARGRIT HÖFER

 

In Feierlaune waren gestern hunderte Frankfurter und Gäste, die zwischen Bus- und Bahndepot in Neuberesinchen und Brunnenplatz pendelten. Der Grund: Die ersten elf von insgesamt 22 Erdgasbussen wurden übergeben und die Erdgastankstelle in der Böttnerstraße eingeweiht. "Ach, sind die aber schön und vor allem leise", die 76-jährige Erna Kowalski stand ganz gerührt vor einem der weißgrünen Niederflur-Ersgasbusse und sagte damit den Satz, der gestern häufig zu hören war. Auch Gabriele Herzig, deren Sohn Silvio einen der neuen Busse fährt, zeigte sich begeistert. "Ich bin schon eine Runde mitgefahren. Die sind ja wirklich sehr leise. Ein bischen hart sind sie gepolstert. Aber für die kurzen Stadtstrecken geht's schon", meinte sie. Hunderte Männer, Frauen und Kinder waren gestern vormittag ins Bus- und Bahndepot gekommen, um die "Neuen" zu begutachten. Dann, kurz nach halb zwölf Uhr: Unter Trommelwirbel, herzlichem Beifall, neugierigen Blicken und im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik und Wirtschaft, so u. a. Staatssekretärin Gila Altmann, die für Bundesunweltminister Jürgen Trittin eingesprungen war, fuhr Holger Dünow mit dem ersten, weißgrünen Bus vor. Wenige Minuten später wurde auch die Erdgastankstelle, eine der leislungsfähigsten in Nordostdeutschland, von Stadtwerke-Chef Hans Tobler offiziell übergeben.

 

Alle Redner einte an diesem Morgen die Hoffnung, dass immer mehr Mensehen umweltbewusst leben und den natürlichen und umweltschonenden Rohstoff Erdgas künftig nutzen. So forderte Gila Altmann in ihrer Rede die Autoindustrie auf, serienmäßig mit dem Bau von Erdgasautos zu beginnen und hofft Hans Tobler im koinmenden Jahr bis zu 60 Autofahrer überzeugt werden können, auf Erdgas umzusteigen. Einen hat er schon berzeugt. OB Martin Patzelt verkündete, dass er in zwei Monaten ein neues, erdgasbetriebenes Dienstfahrzeug bekommt.

Nach den offiziellen Reden wurde ausgelassen gefeiert und ein buntes Bühnenprogramm von tänzerischen Darbietungen bis hin zu Gesang, geboten. Viele schwebten mit einer Gondel in 40 Meter Höhe, um von dort einen Blick auf Neuberesinchen zu werfen. Andere schauten sich in den modernen Werkstätten des Depots um oder fuhren mit der 1936 gebauten Traditionsbahn. Mehrere hunderte Frankfurter testeten die superleisen Busse und fuhren zum Brunnenplatz, wo die Mobilparty gefeiert wurde. Mehrere Anbieter von Erdgasautos informierten dort über die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge, die Stadtwerke gaben Tlpps zum Förderprogramm für Umsteiger, bis zu 2500 € gibt's für diejenigen, die von Benzin oder Diesel auf Erdgas umstellen. Tolle Stimmung dann auch am späteren Nachmittag mit den Stargästen der Mobilparty, der Sängerin Ute Freudenberg und der Gruppe Keimzeit.



14.12.2004 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 05.09.2002

Heute rollen elf Weißgrüne an

 

Von MARGRIT HÖFER

 

Im Morgengrauen haben sich heute 13 Busfahrer der Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft auf eine besondere Reise gemacht. Sie fahren ins rund 320 Kilometer entfernte Salzgitter. Dort befindet sich das MAN-Werk, in dem die Erdgasbusse für Frankfurt gebaut werden. Die ersten elf Fahrzeuge - alles Solobusse - werden heute nach Frankfurt geholt. Die Fahrer wollen gegen 18 Uhr wieder an der Oder sein.

 

"Nö", bekennt Reinhard Damm ehrlich, "ein totaler Ökofreak bin ich eigentlich nicht. Aber die Idee, Erdgasbusse zu kaufen, finde ich toll. Denn irgendwer muss doch den Anfang machen." Der Busfahrer, der seit März 1989 beim Stadtverkehr Frankfurt (SVF) arbeitet, ist einer der Fahrer, die heute die ersten elf Erdgasbusse nach Frankfurt holen werden. Ende des Jahres wird es eine zweite solche Tour geben. Dann sollen die noch fehlenden elf Gelenkbusse überführt werden. Für Reinhard Damm und seinen Kollegen Berthold Klaus ist die Fahrt nach Salzgitter etwas Besonderes. "Man bekommt nicht alle Tage einen nagelneuen Bus in die Hand. Für die alten Busse war die Zeit um. Da liegt es nahe, bei den neuen umweltfreundlich zu denken", sagt der Bus- und Straßenbahnfahrer. Außerdem sei es auch eine willkommene Abwechslung.

Denn die Männer werden nicht nur die ersten sein, die auf lange Tour mit den weißgrünen Fahrzeugen gehen, sondern sie bekommen vor der Abfahrt noch eine Werksbesichtigung geboten. Gegen 8 Uhr wollen die Fahrer in Salzgitter eintreffen. Danach erfolgt eine Einweisung in die neuen Busse, gibt es eine kurze Probefahrt - die Fahrzeuge sind allesamt Niederflurbusse -, den Gang durch die Produktionshallen - und schon heißt es Abfahrt. "Die neuen sind schon etwas Besonderes", weiß Manfred Jahndke. Er ist schon mal mit einem Erdgasbus in Frankfurt auf Testfahrt gewesen. Damals ging es darum herauszufinden, wie der Motor eingestellt werden muss, denn auch wenn Frankfurt im Flachland liegt, gibt es in der Stadt doch so manche Steigung - u. a. in der Rosa-Luxemburg-Straße - die die Busse überwinden müssen. Auch, ob sie durch die Brücken passen - die Gasbehälter befinden sich auf dem Dach - war eine Testfahrt wert. "Man muss bei Erdgasbussen viel sanfter bremsen als bei den Dieselfahrzeugen", hat Manfred Jahndke damals festgestellt. Mit etwa 75 km/h werden die Busse auf der Autobahn rollen. In Brandenburg muss an einer Gas-Tankstelle ein Zwischenstopp eingelegt werden. Gegen 18 Uhr, so die bisherige Schätzung, rollen die Busse von der A 12 ab und in Frankfurt ein.



14.12.2004 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 04.09.2002

Große Party für Einsatz der ersten Erdgasbusse

 

Von MARGRIT HÖFER

 

Mit einer großen Party unter dem Motto "Tag der nachhaltigen Mobilität", soll am 15. September die Inbetriebnahme der ersten elf von insgesamt 22 Erdgasbussen und der Erdgastankstelle der Stadtwerke in Frankfurt gefeiert werden. Feierorte sind das Bus- und Bahndepot in Neuberesinchen und der Brunnenplatz in Mitte. Gleichzeitig lädt der ADFC zu einer Fahrradtour ein.

 

"Am 15. September feiern wir unseren Mut, die gesamte Busflotte auf Erdgas umzustellen und somit Wegweiser zu sein. Und wir feiern die enge und gute Kooperation zwischen Stadt, Land und Bund", umschreibt Oberbürgermeister Martin Patzelt den 15. September. "Und tatsächlich hat Frankfurt allen Grund zu feiern, denn das, wozu sich hier Stadtverkehr, Stadtwerke und Kommune entschieden haben, ist europaweit ein historisch einmaliger Entschluss. Die neue Frankfurter Busflotte hält schon heute den künftig höchsten europäischen Standard ein", lobt Reinhard Kaiser aus dem Bundesumweltministerium. Sein Dienstherr, Bundesumweltminister Jürgen Trittin, wird am 15. September mitfeiern.

Im vergangenen Jahr hatten sich Stadtwerke und Stadtverkehr mit dem Vorschlag, die komplette dieselbetriebene Busflotte auf Erdgas umzustellen und gleichzeitig eine Erdgastankstelle für jedermann zu bauen, an einem bundesweiten Wettbewerb beteiligt. Das Konzept überzeugte und der Stadtverkehr konnte mit Hilfe einer Zinsverbilligung die elf Solo- und elf Gelenkbusse bei MAN in Salzgitter in Auftrag geben. Noch in dieser Woche werden die elf Solobusse an der Oder eintreffen und am 15. September offiziell in Betrieb genommen. Insgesamt kosten die Fahrzeuge 6,3 Millionen Euro. Pro Bus entstehen durch die besondere Ausrüstung zehn Prozent Mehrkosten, die durch die Zinsvergünstigung kompensiert werden. "Überzeugt hat dieses Konzept auch das Landesumweltministerium. Seit 1997 unterstützen wir Projekte mit dem alternativen Treibstoff Erdgas. Bisher fehlte uns ein Projekt, das so fundiert und richtungsweisend ist, wie das Frankfurter Modell", lobte Lutz Schaefer aus dem Landesumweltministerium. Die Innovation wurde auch kürzlich in einem Umwelt-Ranking anerkannt. Umweltorientiert arbeitende Unternehmen wurden ausgezeichnet. Stadtverkehrs-Geschäftsführer Michael Ebermann konnte vor wenigen Tagen die Auszeichnung entgegennehmen.

Stadtwerke-Chef Hans Tobler, der die neue Erdgastankstelle ebenfalls übernächsten Sonntag einweihen will, wird an diesem Tag auf dem Brunnenplatz verstärkt Werbung für die Umrüstung von Benzinautos auf Erdgas machen. "Wir fördern die Umrüstung beziehungsweise die Neuanschaffung solcher Autos mit bis zu 2500 €", sagte er. Und warb: "Erdgas ist der preiswerteste Brennstoff, den wir zurzeit haben. Wir werden das Kilo Erdgas für 0,63 € anbieten. Das entspricht einem Liter Super-Benzin für 0,39 € ." Wenn am 15. September die ersten elf weißgrünen Solo-Busse (die Gelenkbusse sollen zum Jahresende fertiggebaut sein) vom Depot zum Brunnenplatz rollen, dann können sich die Frankfurter davon überzeugen, dass sie nur halb so laut wie Dieselbusse sind. Was sie nicht sehen werden, ist der geringere Abgasausstoß. Doch in einer begleitenden Studie sollen in einem Jahr die ersten Ergebnisse vorliegen. "Frankfurt ist eine von 35 Kommunen im Land, in der die Grenzwerte der Umweltstandards beispielsweise bei den Rußpartikeln überschritten werden. Wir hoffen, dass sich diese Werte durch die neuen Erdgasbusse deutlich verringern", so Lutz Schaefer.



14.12.2004 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 28.08.2002

Elf Frankfurter Erdgasbusse bereits fertig

 

Derzeit Abnahme der Fahrzeuge im MAN-Werk Salzgitter/ Auslieferung erfolgt nächste Woche/ Feier zur Inbetriebnahme am 15. September

 

Von MARGRIT HÖFER

 

Die gute Nachricht vorweg: Die elf Erdgasbusse, die das MAN-Werk Salzgitter für die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (SVF) baut, sind bereits vorfristig fertig. "Wir haben selbst gestaunt, wie schnell das ging, aber wir werden bis zum Wochenende vor Ort die Abnahme machen. Am kommenden Donnerstag werden die Busse von Salzgitter nach Frankfurt gefahren", erzählt Hartmut Huwe vom Stadtverkehr Frankfurt. 13 Frankfurter Busfahrer werden die Busse überführen. Die dann folgende Arbeitswoche soll in Frankfurt genutzt werden, um die Streckenanzeige zu programmieren und auch, um ein paar Probefahrten auf den Frankfurter Linien zu unternehmen. Denn die Topographie und die Linienführungen in Frankfurt haben es in sich. Durch die beträchtlichen Steigungen, beispielsweise die Rosa-Luxemburg-Straße hinauf, musste ein extra Motor entwickelt werden.

Am 15. September können die Frankfurter dann die Bus-Flotte erstmals bestaunen. An diesem Tag lädt die Stadtverkehrsgesellschaft zur offiziellen Inbetriebnahme in das Bus- und Bahndepot in Neuberesinchen ein. Eingeweiht wird an diesem Tag auch die Erdgastankstelle, die im Auftrag der Stadtwerke gebaut und Ende dieser Woche abgenommen werden soll. Diese befindet sich direkt am Eingang zum Bus- und Bahndepot und kann auch von Privatautos genutzt werden. In weißgrün präsentieren sich die elf Busse, die jetzt fertiggestellt wurden. Dies ist auch die Farbe des Zitronenfalters, der in diesem Jahr nicht nur zum Insekt des Jahres gekürt wurde, sondern auch für umweltfreundlichen Verkehr steht. Erst vor kurzem hatte der Stadtverkehr Frankfurt den Innovationspreis für besonders zukunftsorientiertes Umweltengagement vom Verkehrsclub Deutschland und dem Bundesumweltamt erhalten. Bis Jahresende wird die komplette Frankfurter Busflotte von Diesel- auf Erdgasbetrieb umgestellt. Denn bereits in wenigen Tagen soll mit der Produktion weiterer elf - dann allerdings der von Gelenk-Bussen - im MAN-Werk Salzgitter begonnen werden.

Schüler der 1. bis 5. Klasse, die sich noch am SVF-Malwettbewerb "Wer malt den schönsten Schmetterlingsbus?" beteiligen wollen, müssen sich sputen und sollten bis spätestens 30. August beim Stadtverkehr, Telefon 564 86 35, ihre Teilnahme melden. Bis 11. September können die Kinder Malereien, Bastelarbeiten, aber auch kleine Geschichten einreichen. Die Mühen sollen nicht umsonst sein. Die Gewinner werden am 15. September im Bus- und Bahndepot durch Umweltminister Wolfgang irthler ausgezeichnet. Als Hauptpreise winken dreimal eine Tagesreise zur Waldschule Eberswalde für Klassen, aber auch einzelne Teilnehmer.



14.12.2004 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 13.08.2002

Lindgrüner Lack für Erdgasbusse

 

Von MARGRIT HÖFER

Wenn am 15. September die ersten elf von insgesamt 22 Erdgasbussen in den Dienst gestellt werden, dann will der Stadtverkehr (SVF) mit allen Frankfurtern und im Beisein von Umweltminister Jürgen Trittin feiern. Extra für diesen Tag hat der SVF auch einen Mal- und Zeichenwettbewerb ausgerufen. Gleichzeitig wird die Erdgastankstelle unweit des Depots eröffnet, an der auch Autos betankt werden können.

Erstmals in der Bundesrepublik stellt ein Verkehrsunternehmen seine komplette Busflotte von Diesel auf Erdgas um. Möglich wurde das, weil der SVF sich an einem bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt und neben Hannoveraner und Berliner Verkehrsbetrieben gewonnen hat.

 

Mittlerweile ist der Großteil der Busse im MAN-Werk in Salzgitter bereits durch die Verblechung. Das bedeutet, dass die Busse ein Außenkleid erhalten haben. Das Interessante daran: Diese Bleche werden lediglich an den Radkästen vorn und hinten am Bus verschweißt, ansonsten werden sie geklebt und quasi wie ein Gummiband um den Bus gezogen. Verschwunden sind unter dem Flachstahl die Leitungen für die Drucklufttanks, über die die Bremsen und das öffnen und Schließen der Türen geregelt wird. Nach der Verblechung wurden die Busse in die riesige Lackierhalle geschoben, in der gleichzeitig zehn Busse lackiert werden können. Das Besondere an den Frankfurter Bussen: Sie erhalten die lindgrüne Farbe des Zitronenfalters, der zum Insekt des Jahres 2002 ernannt wurde.

Dieser Zitronenfalter sollte auch Kinder aus der 1. bis 5. Klasse interessieren. Denn sie sind zu einem Mal- und Zeichenwettbewerb aufgerufen. "Wir würden uns sehr über Zeichnungen, aber auch Bastelarbeiten oder Geschichten über Busse mit Zitronenfaltern freuen", animiert Hartmut Huwe vom Stadtverkehr zum Mitmachen. Interessenten sollten sich bis spätestens 30. August beim Stadtverkehr, Telefon 56 48 635 melden. Die Mühen sollen nicht umsonst sein. Die Gewinner werden am 15. September ausgezeichnet. Als Hauptpreise winken dreimal eine Tagesreise zur Waldschule Eberswalde für Klassen, aber auch einzelne Teilnehmer. Der Einsendeschluss ist der 11. September.

Bereits Ende nächster Woche wollen die Stadtwerke ihre Erdgastankstelle fertiggebaut haben, die jedoch ebenfalls erst am 15. September übergeben wird. Überdachung und Fundament am Eingang zum Bus- und Straßenbahndepot sind fertig. Die Erdgas- Hochdruckleitung wurde bereits bis zur Tankstelle verlegt. Gestern wurden die Kompressorenanlage geliefert, die das Erdgas verdichten wird, der Gasspeicher sowie die zwei Zapfsäulen, Füllschläuche und Zapfkupplungen. Nach der Inbetriebnahme wird die Anlage übrigens vollautomatisch betrieben.



14.12.2004 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 26.07.2002

Die Erdgasbusse haben ihre erste große Wäsche hinter sich

 

Nach dem Rohbau werden Rost und Fette entfernt / Erste Leitungen verlegt

 

Von MARGRIT HÖFER

 

Im MAN-Werk in Salzgitter hat vor mehr als drei Wochen die Produktion der Frankfurter Erdgasbusse begonnen. Derzeit werden die elf so genannten Solobusse zusammengesetzt. Am 15. September sollen sie in Frankfurt eintreffen. Danach startet die Produktion der elf Gelenkbusse, die im Dezember in Frankfurt ihren Dienst aufnehmen sollen. Die Märkische Oderzeitung berichtet über den Baufortschritt an den Erdgasbussen im MAN-Werk.

 

Das Bus-Gerippe; das sich aus rund 2610 Einzelteilen zusammensetzt; ist zusammengeschweißt. Beendet sind an der Stahlkonstruktion auch schon die Blecharbeiten. So wurden so genannte Schallplatten, die zur Geräuschdämmung dienen, an den Seiten angebracht. Sehr deutlich ist jetzt die Gestalt des Busses zu erkennen. "Da wir nicht wollen das die Fahrzeuge später rosten, müssen alle Nähte verschlossen werden, so dass sich nirgends Wasser sammeln kann.", erklärt Ronald Wachs von Man das Procedere. Doch bevor die Nähte verschlossen und konserviert werden, muss das Gerippe durch die Reinigung.

Das heißt, in einer riesigen Waschanlage werden die künftigen Busse per Hand mit fett- und rostlösenden Mitteln behandelt, sprich gereinigt. Kommen die Teile aus der Waschanlage, wo sie auch intensiv getrocknet wurden, wird brauner Korrosionslack aufgebracht. Wieder per Hand versteht sich. "Mit Robotern könnten wir hier nicht arbeiten, weil jeder Bus, der bei MAN hergestellt wird, ein Unikat ist, das sich nach den Wünschen des Kunden richtet", so Ronald Wachs.

Nach der Reinigung werden die Schweißnähte versiegelt, lackiert und getrocknet. Sind diese Arbeiten erledigt, dann sind die Monteure an der Reihe. Die Leitungen für die Drucklufttanks, über die Bremsen und das öffnen und Schließen der Türen geregelt wird, müssen verlegt werden. Mehr als 5000 Meter solcher Leitungen verschwinden im Boden und in den Seiten der Fahrzeuge. Später werden diese Teile verkleidet, dass sie nicht mehr zu sehen sind. "Genau deshalb können wir nur in dieser Phase, wenn der Bus immer noch im Rohbau ist, diese Leitungen verlegen", so Wachs. Sind die Monteure fertig, dann wird der Bus zur Beplankung geschickt, erhält also sein Außenkleid. Doch darüber mehr im nächsten Teil.



14.12.2004 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 05.07.2002

Erster Bus steht schon als Gerippe

 

Bei MAN in Salzgitter hat die Produktion von 11 Solobussen begonnen, die in Frankfurt erdgasbetrieben fahren werden

 

Von MARGRIT HÖFER

 

Frankfurt (Oder)/Salzgitter. Am 15. September werden in Frankfurt die ersten elf von insgesamt 22 Erdgasbussen erwartet und offiziell in den Dienst gestellt. Die Stadtverkehrsgesellschaft hatte sich an einem bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb des Bundesumweltministeriums beteiligt und neben Hannoveraner und Berliner Verkehrsbetrieben gewonnen. Das Konzept des Frankfurter Unternehmens ist bundesweit einmalig: Der SVF ersetzt seine komplette, bisher mit Diesel betriebene Busflotte durch Erdgasbusse. Die Produktion bei MAN in Salzgitter hat jetzt begonnen.

 

Es herrscht Ruhe in der riesigen Montagehalle in Salzgitter-Watenstedt. Arbeiter radeln auf den werkseigenen, schwarzen und nummerierten Fahrrädern vorbei, andere, wie Jörg Cassel, Klaus König und Heinz Dietrich sitzen neben Bus-Stahl-Gerippen an einem fleckigen Tisch und rauchen, reizen, spielen Skat. Nebenbei beißen sie von ihren Stullen ab, trinken einen Schluck aus der Thermoskanne. Es ist Mittagspause im MAN-Werk Salzgitter. Punkt 11.30 Uhr ertönt unüberhörbar ein Tongemisch aus Tröte und Klingel. Die Männer springen auf, greifen zu Arbeitshandschuhen, Mützen und Schutzbrillen. Die Pause ist vorbei, jetzt wird wieder geklotzt. Schleifmaschinen kreischen auf, Schweißgeräte werden angezündet. Jörg Cassel, Klaus König und Heinz Dietrich gehen zu ihrem Bus-Gerippe und schweißen weiter. Dass gerade dieses Gestell schon bald ein Bus sein wird, der im Auftrag der Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt entsteht, wissen sie nicht. Doch sie sind drei von rund 4000 Beschäftigten im etwa 325 Kilometer entfernten MAN-Werk Salzgitter, unter deren geübten und geschickten Händen 22 Busse entstehen, die mit dem umweltfreundlichen Erdgas betrieben werden. Und die geschickten Hände stimmen im wahrsten Sinne des Wortes. Denn bei MAN ist alles, vom Zusammenschweißen des Stahlgestells, unter Fachleuten Gerippe genannt, über die Beplankung, den Innenausbau bis hin zum Lackieren, Handarbeit. "Jeder Bus ist anders. Jeder Kunde hat besondere Wünsche, die wir ihm erfüllen. Und deshalb ist kein Bus wie der andere und können Roboter wie in der Autoindustrie hier nicht eingesetzt werden", erklärt Ronald Wachs von MAN.

Vor wenigen Tagen hat die Produktion der ersten elf Busse, so genannter Solofahrzeuge begonnen. Rund 2610 Einzelteile müssen die Monteure zusammenschweißen. Zeitgleich an mehreren Arbeitsplätzen werden die so genannten Bodengruppen zusammengefügt. Die Kollegen im benachbarten Gang fügen Stück für Stück die Seitenteile zusammen. Bereits jetzt kann der Fachmann erkennen, wo sich später der Radkasten befinden wird, wo eine Eingangstür eingebaut wird. Sind die Seitenwände, die Bodengruppe und das Dach zusammengeschweißft, dann ist das Bus-Gerippe fertig. "Die Teile werden uns zugeliefert und in Salzgitter zusammengeschweißt. Doch bereits jetzt, in dieser frühen Phase muss exakt klar sein, was der Kunde haben möchte. Denn nachträgliche Änderungen sind zum Teil nur mit einem immensen Aufwand möglich", erklärt Ronald Wachs. "Aus diesem Grund sind wir x-fach mit den Fachleuten zusammengekommen, haben geklärt, welche Bestuhlung wir möchten, wo der Rollstuhlfahrer und Kinderwagenplatz sein soll, welche Fahrzielanzeige wir haben möchten. Nur wenn das von Anfang an klar ist, kann auch zügig am Bus gearbeitet werden", erklärt SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann.

Die Fragen sind geklärt und bereits am Mittwoch, als Ebermann und Prokurist Hartmut Huwe den Baufortschritt begutachteten, befand sich der erste Frankfurter Bus bereits im Gerippe-Status. Das heißt, er hat bereits Unterboden, Dach und Seitenwände. "Der nächste Arbeitsschritt", erklärt Ronald Wachs, "wird eine gründliche Reinigung des Fahrzeugs sein. Per Hand wird das Gestell von Fetten und Rost befreit. Die Teile erhalten danach eine Konservierung, denn wir wollen ja nicht, dass der Bus später zu rosten beginnt", so Wachs. Auch dieser Schutzanstrich ist Handarbeit. Ist das erledigt, müssen die Montageschlosser und Monteure ran. Sie bringen Drucklufttanks für die Bremsen und Türen und die entsprechenden Druckluftleitungen an und ein, die schon wenige Tage später unter Verkleidungen und dem Fußbodenbelag verschwinden werden. Dann rollt der Bus in der Montagehalle zur nächsten Abteilung, da bekommt er sein Außenkleid aus Stahlblech, das nur an einer Stelle angeschweißt, und ansonsten gezogen und verklebt wird. "Der Stahlbau ist abgeschlossen, die Bremskabel und die Leitungen für die pneumatische Öffnung der Türen sind verlegt, der Bus von außen verkleidet. Wenn es soweit ist, dann rollt er in die Lackierung", erklärt Ronald Wachs. Für die Lackierung von zehn Bussen gleichzeitig ist in der MAN-Halle Platz. Dort erhalten Linien- und Überlandbusse, aber auch Reisebusse, die im Werk in Ankara entstehen, ihre Farbe. In einem hellen Grün werden die Frankfurter Busse in wenigen Wochen lackiert. "Auch hier wird wieder alles per Hand von unseren im Werk ausgebildeten Lackierern gemacht." so Wachs.

Ist der Bus lackiert, muss der Motor eingebaut werden. Das Getriebe und die Achsübersetzung wurden speziell auf die Frankfurter topographischen Anforderungen abgestimmt. Die gesamte Elektrik - immerhin rund 5000 Meter -, die Deckenverkleidung, Haltestangen und Sitze werden nun eingebaut. Während in der Montagehalle bei den Schweißern und Monteuren die Männerwelt unter sich ist, werden beim Scheibeneinbau die geschickten Hände von Frauen genutzt. In dieser Phase sind die Busse nicht einfach mehr nur eine Nummer, sondern an jedem Gefährt hängt ein Zettel mit dem Hinweis: Dieser Bus gehört.... "Unsere Mitarbeiter wissen, dass sie das Fahrzeug wie ein rohes Ei behandeln müssen. Denn jeder Schaden, der nach dem Lackieren entsteht, bedeutet, dass wir das Eigentum des Auftraggebers zerstören. Und das will natürlich niemand", erklärt Ronald Wachs Hinweisschilder im Bus.

Nach etlichen Nachkontrollen, einer rund 20 Kilometer langen Testfahrt, einer gründlichen Reinigung und eventuell kleineren Nachbesserungen, ist der Bus fertig. "Würden wir einen Frankfurter Solobus hintereinanderweg bauen, würde es etwa vier Wochen dauern. Aber die Produktion läuft hintereinanderweg, deshalb müssen sich die Frankfurter bis zum 15. September gedulden", so Ronald Wachs. An diesem Tag wird sich die Busflotte von Salzgitter nach Frankfurt auf den Weg machen. Einen Zwischenstopp, so steht schon jetzt fest, werden die elf Frankfurter Busfahrer Erdgas einlegen müssen, denn die vier Stahlcompositeflaschen mit einem Fassungsvermögen von jeweils 140 Litern bis 560 Litern Erdgas, die auf dem Dach ruhen, haben nur eine Reichweite von etwa 150 Kilometern. Sind die Frankfurter Busse vom MAN-Hof, wird die Produktion der elf Gelenkbusse vorbereitet. Im Dezember werden diese in Frankfurt eintreffen und ihren Dienst beginnen.

 



14.12.2004 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 29.05.2002

Ergasbusse rollen ab September


MAN hat Zuschlag für den Bau der 22 Fahrzeuge erhalten / Weißgrüner Zitronenfalter findet sich im Stoffdesign wieder

Von MARGRIT HÖFER

Ab 15. September werden in Frankfurt nur noch Erdgasbusse fahren. Der Stadtverkehr Frankfurt (SVF) rüstet seine gesamte, bisher diesel-betriebene Flotte um. Möglich wurde dieser Schritt, nachdem der SVF ein von Bundesumweltminister Jürgen Trittin ausgelobten Wettbewerb gewonnen und damit einen zinsgünstigen Kredit für die Anschaffung der Busse für sechs Millionen Euro bekommen hatte.


Der Bundesumweltminister ist eingeladen, wenn am 15. September die 22 erdgasbetriebenen Frankfurter Busse erstmals auf die Fahrt gehen. Vorteil der erdgasbetriebenen Fahrzeuge ist, dass sie sehr leise fahren. Außerdem wird die Luft nicht so stark mit Abgasen belastet wie bei Dieselfahrzeugen. Und auf lange Sicht gesehen kann der Stadtverkehr auch sparen, denn Erdgas ist ein preiswerter Brennstoff. "Im Vergleich der Kilometerkosten zu Diesel könnte der Stadverkehr rund 30 Prozent sparen", hatte Stadtwerke-Chef Hans Tobler ausgerechnet.


Mitte Juli, so bestätigte Ronald Wachs von der MAN Bus GmbH, die bei der europaweiten Ausschreibung für den Bau der Busse den Zuschlag erhielt, wird in Salzgitter mit der Produktion der 22 Busse begonnen. MAN wird zeitgleich - so ist es vertraglich geregelt - für die alte, dieselbetriebene Busflotte einen Käufer suchen.


Schon jetzt steht fest: Die Busse werden eine weißgrüne Farbe erhalten. Und das hat seinen guten Grund, denn das Logo für den Bundesumweltwettbewerb ist ein Zitronenfalter. Gewählt wurde allerdings ein weiblicher Zitronenfalter und der ist nicht gelb, sondern weißgrün.


Der kleine Flattermann ist nicht nur Pate für die Farbgebung der neuen Busse, sondern wird auch in den Busen zu sehen sein. Vor wenigen Tagen wurde das Stoffmuster für die mehr als 600 Sitze in den elf Solo- und elf Gelenkbussen vorgestellt. Im grasgrünen Velours findet sich der weißgrüne Schmetterling. Eingearbeitet wurde in das Gewebe, das aus 70 Prozent Polyester und 30 Prozent Wolle besteht, auch der gelbe Bogen aus dem Logo des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Das Gelb des Bogens wiederum wird auch für die Haltestangen genutzt. "Wir haben diesen Stoff jetzt produziert. Etwa 430 Meter werden für die Sitzbezüge, die noch mit einer Schutzschicht versehen werden, gebraucht", erzählte Karin Pichl von der Firma E. Schoepf aus Stammbach in Oberfranken.


Um die Niederflur-Fahrzeuge betanken zu können, wird derzeit im Auftrag der Stadtwerke auch der Bau einer Erdgastankstelle vorbereitet, für die am 5. Juni der offizielle Spatenstich sein soll. Diese Tankstelle wird an der Betriebseinfahrt zum Stadtverkehr in der Böttnerstraße gebaut und kann nach der Fertigstellung auch von Privatleuten, die ihr Auto auf Erdgas umgestellt haben, genutzt werden.


Spediteure, Taxifahrer und Privatleute zu animieren, ihre Fahrzeuge auf das preiswertere und umweltschonendere Erdgas umzustellen, sei das Ziel der Stadtwerke, hatte Geschäftsführer Tobler, in einem früheren Gespräch erklärt. Auch für den Tourismus dürfte die Erdgastankstelle interessant sein, denn bisher gibt es nur in Vogelsdorf, Eberswalde und Berlin Erdgas-tankstellen und die Reichweite umgerüsteter Autos ist auf rund 300 Kilometer begrenzt.



27.09.2004 - Märkische Oderzeitung, Ausgabe vom 12.01.2002

Billiger und leiser: Erdgasbusse


Stadtverkehr schafft 22 Neufahrzeuge an / Stadtwerke bauen in Neuberesinchen eine Tankstelle

Von MARGRIT HÖFER


Schon Mitte des Jahres könnten durch die Oderstadt 22 neue Niederflurbusse rollen. Das Besondere an ihnen: Sie werden mit Erdgas betrieben. Ende Dezember traf die gute Botschaft beim Stadtverkehr ein. Das Projekt, die alten Busse komplett abzuschaffen und durch neue und mit Erdgas betriebene zu ersetzen, fand die Zustimmung von Bundesumwelt-minister Jürgen Trittin. Stadtwerke und Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) hatten sich, begleitet vom Institut für umweltorientierte Logistik, gemeinsam an einem Wettbewerb beteiligt, in dem es um die Förderung solch umweltorientierter Vorhaben geht. Durch den Zuschlag erhält der Stadtverkehr von der Deutschen Ausgleichsbank einen zinsgünstigen Kredit.


"Die Vorteile dieser Busse sind vielfältig. Zum einen wird die Luftbelastung enorm gesenkt. Zum anderen sind die Motoren so leise wie bei einem Auto. Wir mindern also auch den Lärm und leisten einen deutlichen Beitrag, die Lebensqualität in Frankfurt zu verbessern", erläutert der Geschäftsführer der SVF. Und Stadtwerke-Chef Hans Tobler fügt hinzu: "Erdgas ist ein sehr preiswerter Brennstoff. Im Vergleich der Kilometerkosten zu Diesel kann der Stadtverkehr rund 30 Prozent sparen. Ein Bus verbraucht im Jahr rund 500 000 Kilowattstunden. Das entspricht dem Bedarf eines Mehrfamilienhauses mit 15 bis 20 Wohnungen pro Jahr."


Voraussetzung, dass die Busse nach einer Ausschreibung bestellt werden können und durch die Stadt rollen, ist nicht nur die Zustimmung der Abgeordneten - immerhin kosten die 22 Fahrzeuge rund sechs Millionen Euro und die Stadtverordneten müssten einer Bürgschaft durch die Kommune zustimmen -, sondern auch der Bau einer Erdgastankstelle. Gebaut werden soll sie am Betriebseingang zum Bus- und Bahndepot an der Böttnerstraße. Die Anlage wird derzeit projektiert. Ende Februar könnte bereits erster Spatenstich sein. "Diese Tankstelle ist die Basis für unser eigentliches Ziel. Wir wollen Taxifahrer und Spediteure, Unternehmen mit Firmenwagen, aber auch Privatleute animieren, ihre Fahrzeuge auf Erdgas umzustellen", meint Tobler. Auch für den Tourismus und Fahrer, die bereits ein erdgasbetriebenes Fahrzeug besitzen, dürfte der Bau der Erdgas-
tankstelle interessant sein. Bisher gibt es nur in Vogelsdorf bei Strausberg, Eberswalde und Berlin, um die nächstgelegenen zu nennen, Erdgastank-stellen. Denn bei allen finanziellen und ökologischen Vorteilen ist die Reichweite von Erdgasautos mit rund 300 Kilometern begrenzt. Allerdings sind diese Autos meist bivalent ausgestattet. Ist das Erdgas verbrannt, wird auf Benzin umgeschaltet.


Die Stadtwerke und die EWE AG fördern gemeinsam die Neuanschaffung sowie die Umrüstung von Fahrzeugen auf Erdgas. Die Förderung beträgt pro Fahrzeug maximal 2500 Euro. Entsprechende Anträge liegen bei den Stadtwerken aus. "Dieses Förderprogramm gibt es seit längerem. Allerdings machte es jetzt, wo wir die Erdgastankstelle bauen, auch Sinn, Interessenten näherzubringen", meint Hans Tobler. Zu Informationsveranstaltungen will er in nächster Zeit einladen.



27.09.2004 - Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums vom 25.04.2002

Bundesumweltministerium sorgt in Frankfurt (Oder) für die sauberste Busflotte Europas


Die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) hat heute beim Unternehmen MAN in Salzgitter einen Vertrag über die Lieferung von 22 erdgasbetriebenen Stadt- bzw. Gelenkbussen unterzeichnet, die ab September dieses Jahres zum Einsatz kommen sollen. Das ist Teil eines Pilotprojekts des Bundesumweltministeriums zur modellhaften Umsetzung von anspruchsvollen Umweltstandards im öffentlichen Nahverkehr. Neben Frankfurt (Oder) sind auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg sowie die kommunalen Verkehrsunternehmen in Berlin und in der Region Hannover daran beteiligt. Das Bundesumweltministerium stellt für dieses Pilotvorhaben insgesamt 2,5 Millionen € bis 2004 zur Verfügung. Die Umsetzung eines modernen Nahverkehrskonzepts in der Oderstadt wird mit rund 1,2 Millionen € unterstützt.


Bundesumweltminister Jürgen Trittin gratulierte der Stadtverkehrsgesell-schaft zu dieser Entscheidung. "Das vergleichsweise kleine Unternehmen in Frankfurt (Oder) zeigt den Großen der Branche, was im Umweltschutz Stand der Technik ist und stellt als erstes europäisches Verkehrsunternehmen seine gesamte Busflotte auf schadstoffarmen Antrieb um", sagte er in Berlin. Die sei zugleich ein Signal an die Automobilindustrie. Die Nachfrage nach umweltschonenden Busantrieben, deren Standards über dem gesetzlich geforderten Mindestmaß liegen, weiter zunehmen. Umweltqualität werde im künftigen europäischen Wettbewerb eine große Rolle spielen. "Die deutsche Autobranche wird ihre Stellung in der Liga der technisch führenden Hersteller nur halten können, wenn sie die Entwicklung nicht verschläft, sondern Technik mit anspruchsvollen Umweltstandards anbietet", sagte der Minister. er verwies darauf, dass bereits ein nordeuropäischer Hersteller dabei ist, die technisch derzeit anspruchsvollsten europäischen Standards (EEV) bei dieselbetriebenen Stadtbussen einzuführen.


Die Firma MAN bietet als erster Hersteller einen Solo- sowie einen stärker motorisierten Gelenkbus mit Erdgasantrieb an, der bereits heute die zukünftig geltenden Anforderungen an EEV-Standards erfüllt. Fahrzeuge mit EEV (environmental enhanced vehicel)- Standards belasten die Luft nur mit einem Bruchteil an Schadstoffen wie CO2 , Kohlenmonoxid, Stickoxid bzw. Partikel im Vergleich zu heute üblichen Fahrzeugen. "MAN stellt mit diesen technisch innovativen Busmodellen unter Beweis, dass qualifizierte Arbeits-plätze in Deutschland durch hohe Umweltstandards gesichert werden können", sagte der Bundesumweltminister. Er forderte zugleich, nach der Abgasreduzierung nun der Lärmminderung stärkere Aufmerksamkeit zu widmen. Der ÖPNV sei gut beraten, mit solchen besonders abgasarmen Fahrzeugen einen Beitrag zur Einhaltung der EU-Luftqualitätsziele zu leisten.


Darüber hinaus sprach sich Trittin dafür aus, den Umweltstandards in der gesamten Angebotspalette der Leistungen des öffentlichen Nahverkehrs einen hohen Stellenwert zu geben und eine entsprechende Unternehmens-politik sowohl von Seiten der Verbände als auch der Verantwortlichen in den Kommunen stärker zu unterstützen.

 



27.09.2004 - VBB in Fahrt; Ausgabe Juni - August 2002

Die neue Busflotte der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt

Modern mit Erdgas unterwegs


Von einem Banner in der Frankfurter Lenné-Passage lächelt dem Betrachter ein grün-gelber Schmetterling entgegen und ein Schriftzug kündigt an: "Erdgas bewegt Frankfurt (Oder) ..." Was verbirgt sich dahinter?

Der Zitronenfalter ist das Symbol für neue, Erdgas betriebene Busse, die ab Herbst 2002 das Frankfurter Stadtbild verändern werden. Mit ihrer leuchtenden hellgrünen Lackierung und geschmückt mit dem Falter fallen die modernen Busse sofort auf.
Sie zeichnen sich durch besonders geringe Abgaswerte und Geräuscharmut aus.
Für die Fahrgäste bringen die neuen Busse einen höheren Komfort, die Stadt und ihre Bewohner eine deutlich geringere Umweltbelastung. Möglich wird dieser Schritt in einen umweltbewussteren Nahverkehr, weil einerseits die Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) Preisträger in einem Wettbewerb des Bundesumweltministeriums zum Öffentlichen Personen-nahverkehr ist und andererseits die Stadtwerke Frankfurt (SWF) eine Erdgastankstelle in der Böttnerstraße, Neuberesinchen errichten werden. Hier können zukünftig auch andere Ergas betriebene Fahrzeuge betankt werden. Darüber hinaus fördern die Stadtwerke die Neuanschaffung von Erdgas betriebenen Fahrzeugen sowie die Umrüstung von Fahrzeugen auf Erdgasantrieb mit einem Zuschuss von bis zu 2.500 Euro.

Im Wettbewerb überzeugte das Frankfurter Gesamtkonzept in Sachen Umwelt und setze sich gegen viele Mitbewerber durch. Zwar erfolgen die Investitionen durch die SVF und die SWF, jedoch unterstützt das Bundes-umweltministerium die Busbeschaffung mit Zinsverbilligungen und das Land Brandenburg auf Grundlage des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes. Somit werden auf Initiative der SVF die ersten Erdgasbusse im VBB-Verbundgebiet fahren.