GRÜNDUNG UND KOMMUNALISIERUNG DER SVF
Die Gründung der Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) erfolgte
am 1. Juli1990 durch Abspaltung des dem ÖPNV dienenden Vermögens
von der Kraftverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) und die Einbringung
in die Gesellschaft als Sacheinlage. Die Kommunalisierung der Stadtverkehrsgesellschaft
mbH Frankfurt (Oder) erfolgte schließlich nach langwierigen Verhandlungen
zwischen der Stadt Frankfurt (Oder) und der Treuhandanstalt per Bescheid
am 17. Dezember 1992 rückwirkend auf den 1. Januar 1992.
Die Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) ging von Anfang an davon
aus, sich auf das Kerngeschäft, die Absicherung des Stadtverkehrs mit
Straßenbahnen und Bussen, zu konzentrieren. Vorrangige Aufgabe war
die Sanierung des Unternehmens mit dem Ziel, Stabilität und Zuverlässigkeit
der Beförderungsleistung zu gewährleisten. Die besondere Schwierigkeit
bestand darin, diesen Prozess bei gleichzeitiger erheblicher Verbesserung
der Wirtschaftlichkeit zu vollziehen. Strukturanpassung war das Schlüsselwort,
und das auf allen Gebieten. Der Beginn der neunziger Jahre war von einem
dramatischen Rückgang der Fahrgastzahlen gekennzeichnet. Die Hauptursachen
für diesen radikalen Einbruch lagen vor allem im wirtschaftlichen Niedergang
vieler Betriebe, dem rapiden Wegfall von Arbeitsplätzen, z.B. im Halbleiterwerk
Markendorf, und die damit einhergehende rasanten Zunahme der Arbeitslosigkeit.
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| Rekonstruiertes Kundenzentrum |
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Erst seit 1993 verzeichnete die Stadtverkehrsgesellschaft wieder eine Stabilisierung
des Verkehrsaufkommens. Unmittelbar nach der politischen Wende setzte eine
breite Unterstützung und Zusammenarbeit durch Verkehrsbetriebe aus
den alten Bundesländern ein. Im Rahmen der Städtepartnerschaft
mit Heilbronn wurde ein Hilfsprogramm für Frankfurt (Oder) initiiert.
Von den dortigen Verkehrsbetrieben wurden 7 Standartlinienbusse kostenlos
an die Stadtverkehrsgesellschaft übergeben.
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| Standardlinienbus aus Heilbronn Mercedes
O305 |
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Mit der Aussonderung des teilweise überalterten und damit sehr reparaturanfälligen
Fahrzeugparks bei Straßenbahnen und Bussen sowie der Modernisierung
der Tatrastraßenbahnen verfügt die Stadtverkehrsgesellschaft
mbH Frankfurt (Oder) gegenwärtig über eine Fahrzeugflotte, die
Gewähr für einen hohen Standart in der Beförderungsqualität
bietet. Speziell mit der Einführung der ersten 8 Niederflurstraßenbahnen
der Firma Adtranz wurde ein erster Schritt in Richtung mobilitätsgerechte
Personenbeförderung getan. Ein zweiter Schritt wurde mit der Anpassung
einer Vielzahl von Haltestellen an die Niederflurtechnik vollzogen. Konzeptionell
ist die komplette Wandlung des Fuhrparks und der Haltestellen vorgesehen.
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| Die erste Niederflurstraßenbahn während
einer Probefahrt |
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Bis heute wurden große Teile des Streckennetzes mit Hilfe von Fördermitteln
schwerpunktmäßig grundlegend erneuert. Die technisch unausgereiften
Großverbundplatten sind völlig aus dem Netz beseitigt. Ausgetauscht
wurden die aus der damaligen Sowjetunion importierten Schienen. Seit dem
traten im Straßenbahnnetz auf den rekonstruierten Streckenabschnitten
keine Schienenbrüche mehr auf.
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Rekonstruktion des Streckenabschnittes zwischen
Lebuser Vorstadt und Platz der Republik 1992
Hier Baustellenbereich H.-Jensch-Straße |
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Umgerüstet wurden Weichenstellvorrichtungen und Weichensteuerungssysteme.
Die Weichen erhielten temperaturabhängige Heizsysteme und die Gleichrichterunterwerke
wurden modernisiert. Der zweigleisige Ausbau des kompletten Netzes und der
Bau einer Fernsteuerungsanlage für Unterwerke sei hier noch genannt.
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| Fernwirkanlage in der Leitstelle |
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Schwachstellen in der Kommunikation zwischen Verkehrsaufsicht und Fahrzeugführer
sowie Fahrgästen gehören seit der Inbetriebnahme der RBL-Leitstelle
der Vergangenheit an. Die Mitarbeiter in der Leitstelle haben mittels Datenfunk
jederzeit einen aktuellen Überblick über die gesamte aktuelle
Verkehrssituation. Fahrplanabweichungen werden minutengenau über den
Bildschirm angezeigt. Ein parallel betriebener Sprechfunkkanal gestattet
selektiv eine direkte Einflussnahme auf den Fahrbetrieb. Unfall- und Überfalltasten
übermitteln sofort nach Betätigung im Fahrzeug ein akustisch/optisches
Signal an die Leitstelle. So kann auf kürzestem Weg entsprechende Hilfestellung
gegeben werden. Fahrgastorientiert wurde eine Komplettausrüstung mit
akustischer Ansagetechnik und optischer Anzeigetechnik realisiert. Alle
Fahrzeuge wurden mit Funkgeräten ausgerüstet. Der Fahrzeugführer
erhält über einen Bordrechner unter anderem genaue Informationen
zur Fahrplanlage. Bereits 1988 wurde mit dem Bau eines neuen Betriebshofes
im Stadtteil Neuberesinchen begonnen, der seit 1990 stufenweise weitergeführt
und im Mai 1999 offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde. Mit der
Inbetriebnahme einer kombinierten Straßenbahn-Buswaschanlage, einer
Tankanlage, der Errichtung eines Betriebsdienstgebäudes und dem Bau
von Abstellanlagen für Straßenbahnen und Busse wurden Möglichkeiten
geschaffen die Betriebsstandorte in der Goepelstraße und am Platz
der Einheit aufzugeben.
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| Betriebshof Neuberesinchen 1992 |
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Die Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) hat Ihren Platz in der
Stadt auch unter marktwirtschaftlichen Bedingungen behauptet. Sie präsentiert
sich heute als mit einem modernen Fuhrpark ausgerüstetes Dienstleistungsunternehmen.
Der zunehmende Umweltgedanke lässt die Hoffnung zu, dass die umweltfreundliche
Straßenbahn sowie die Verkehrsbedienung mit modernen abgasarmen Bussen
weiter an Fahrgästen gewinnen. Wir bündeln Frankfurts Verkehrsströme
auf leistungsfähigen Linien.
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